Leihen, Tauschen, second Hand – Slow Fashion

Leihen, Tauschen, second Hand – Slow Fashion

Wisst ihr wie hoch der CO2 Abdruck ( auch Carbon Footprint ) eines klassischen weißen T-Shirts ist? 11 kg CO2 werden für die Herstellung, den Transport und den Gebrauch benötigt. Eine ganz schöne Menge, wenn man das Eigengewicht des Shirts betrachtet, das liegt nämlich bei nur ca. 2oo – 300 Gramm. Lt einer aktuellen Studie der Systain Consulting verbraucht besonders der Anbau der Baumwolle sowie deren Verarbeitung einen hohen Anteil am gesamten Fußabdruck. Lt einer Studie des WWF verbraucht ein Shirt ca. eine Landmasse von 7-9 qm für den reinen Anbau der Baumwolle. Zudem ist Baumwolle eine sehr durstige Pflanze und wächst oft da, wo es sowieso schon weniger Wasser gibt.

 

Ein Negativbeispiel hierfür ist der Aralsee, einst der viertgrößte See der Erde mit einer Fläche von 65.607 km² im Jahr 1950. Durch intensive Bewirtschaftung der damals kommunistischen UDSSR und deren Anlage von riesigen Baumwollfeldern, ist der einst riesige See nur noch ein Schatten seiner selbst. 8.800 km² sind noch übrig.

 

Dies ist nur ein Beispiel, wie unser Konsumverhalten unsere Umwelt nachhaltig und konsequent zerstört. Wenn ich mir so manche Modeketten ansehe, dann scheint es mir so als würden wir, wie schon so oft, nicht aus der Geschichte lernen. Gab es vor ein paar Jahrzehnten noch eine Sommer und eine Winterkollektion in den Modehäusern, so gibt es heute bei manchen Modeherstellern alle zwei Wochen neue Kollektionen die gekauft werden sollen.

 

Von den prekären Arbeitsbedingungen  der Arbeiter(innen)  die z.b. in Bangladesch, oder Vietnam unter sklavenhaften Bedingungen unsere Mode herstellen, ganz zu schweigen, oder was glaubt ihr, wie es Läden wie Primark, Kik und Co. schaffen T Shirts für unter 5 € anzubieten. Wenn ich mir diesen Umstand bewusst mache und dann noch sehe, wie es auf YouTube Videos gibt die nur davon handeln, wie man für wenig Geld besonders viel kaufen kann, dann wird mir einfach nur schlecht…..

Übrigens, bei Markenartiklen sieht auch nicht besser aus. Die produzieren oft genau unter den gleichen Bedingungen und in den gleichen Fabriken, wie die Fashiondiscounter. Besonders die Firma Primark gilt als besonders umstritten.

 

Mir stellt sich die Frage, ob man das alles braucht? Wieviele Kleidungsstücke habt ihr? Ich denke ich habe auch mehr als notwendig, kaufe aber schon seit längerem keine Kleidung mehr, die ich nicht wirklich benötige. Überhaupt, Klamotten kaufen bzw. Shopping allein nur der Zeitbeschäftigung wegen, halte ich für besonders fragwürdig.

Wenn ich etwas neues brauche wie z.b. Schuhe dann gilt bei mir der Grundsatz: Billig kaufen kann ich mir nicht leisten. Ein Beispiel: Ich besitze für meine Arbeit ein paar Budapester Halbschuhe, die ich mir vor drei Jahren anfertigen habe lassen. Die Schuhe kosteten 300 €. Eine Menge Geld. Für den gleichen Preis bekomme ich im Schuhoutlet bestimmt 4 Paar passable Tretter. Jedoch trage ich diese Schuhe bereits drei Jahre und habe seitdem ein paarmal die Absätze bzw. die Sohle wechseln lassen. Die günstigeren Schuhe konnte ich nach einem halben Jahr unreparierbar wegwerfen, d.h. meine teuren Schuhe sind mittlerweile billger und sowieso nachhaltiger. Das gleiche gilt auch für alle anderen Gegenstände die wir so benutzen. Langlebigkeit und Qualtität sollten im Vordergrund stehen und nicht der neuste Schnitt, oder die angesagteste Farbe der Saison.

 

Auch für mich hat dieser Prozess des Umdenkens länger gedauert und manchmal kaufe auch ich ein Stück, das es nicht unbedingt gebraucht hätte, aber ich versuche es, mit jedemmal besser zu machen. Ich persönlich kaufe mittlerweile sehr viel gebraucht. Ich spare dadurch eine Menge Geld und schone die Ressourcen. Es ist hier wie mit einem Auto. Sobald das Kleidungsstück nur ein paar mal getragen wurde, sinkt es rapide an Wert, obwohl es immer noch wie neu aussieht.

 

Probiert es einfach mal aus. Kleiderkreisel.de oder Ebay Kleinanzeigen kann ich hierzu empfehlen. Noch besser als kaufen, ist leihen.

Meine Tochter benötigt in der Regel jedes Monat neue Klamotten, da Sie als Baby ziemlich schnell aus ihren alten Sachen herauswächst . Hier gibt es mittlerweile tolle Plattformen wie http://kindoo.de oder https://www.tchibo-share.de/. Das Prinzip ist ziemlich einfach: Ihr leiht euch bestimmte Kleidungsstücke für einen Monat, für einen kleinen Beitrag aus und schickt diese, wenn z.b. die nächste Größe erreicht wird wieder zurück. Schont den Geldbeutel und die Umwelt.

 

Grundsätzlich gilt, je weniger wir konsumieren, desto besser ist es. Jedes Kleidungsstück, dass nicht produziert werden muss, ist eine kleine Entlastung für die Umwelt. Wenn bei mir z.b. auch mal kleine Dinge an der Kleidung fehlen, kann man diese oft prima ersetzen ( z.B. Reißverschlüsse ),reparieren oder nähen.

 

In meinem nächsten Artikel werde ich über Labels berichten, die der Nachhaltigkeit und den fairen Arbeitsbedingungen einen hohen Stellenwert einräumen.

 

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