Eierkunde

Eines der gesündesten und beliebtesten Lebensmitteln in Deutschland ist das Ei. 235 Stück pro Jahr isst jeder von euch im Durchschnitt. Natürlich essen die meisten ihre Eier in verarbeiteter Form wie zum Beispiel in Nudeln, Saucen oder auch Backwaren. Insgesamt liegt der Eierverbrauch in Deutschland bei 15 MILLIARDEN Eiern.

 

75 % davon werden in Deutschland hergestellt.

Man unterscheidet Eier grundsätzlich in 4 Kategorien. Leicht zu erkennen am jeweiligen Stempelaufdruck.

Gattungsart                           Aufteilung der Hennen

0 = Bioeier                              7,5 %

1 = Freilandhaltung             17,5 %

2 = Bodenhaltung                 65 %

3 = Käfighaltung                   10 %

 

Grundsätzlich muss gesagt sein, dass Hühner normalerweise 5 – 8 Jahre alt werden können. Wir halten diese Tiere, um sie zu schlachten, oder um ihre Eier zu essen. Bio-Eier zu verschlingen ist also kein Freibrief für ein reines Gewissen, so nach dem Motto “die waren glücklich”.  Mir ist bewusst, dass Nutztiere weder ihr genetisches Alter erreichen, noch glücklich sind. Dennoch kann man durch eine überlegte Entscheidung am Warenregal einiges zum Tierwohl beitragen.

Die Bodenhaltung erlaubt 9 Hennen pro Quadratmeter, ein Drittel der Fläche davon ist nur mit Einstreu bedeckt. Betriebe mit bis zu 200.000 Bewohnern sind hier keine Seltenheit. Mit artgerechter Haltung hat Bodenhaltung rein gar nichts zu tun und sollte meiner Meinung nach, wie die Käfighaltung in Deutschland, verboten werden. Allein 15 -18 % der Hennen sterben durch Krankheiten oder Kannibalismus.

Die Freilandhaltung ist schon etwas besser, erlaubt aber auch den Einsatz jeglichen Futters (daher auch der Dioxin Skandal), Schnäbelkürzen usw. Auch hier teilen sich 9 Tiere einen Quadratmeter, haben aber zusätzlich noch 4 Quadratmeter Auslauf. Bis zu 30.000 Hennen leben auf manchen Freilandhöfen.

Bei Bio-Eiern nach EU-Norm teilen sich 6 Hennen einen Quadratmeter mit ebenso 4 Quadratmeter Auslauf. Bio-Futter und eigene Sitzstange mit ausreichend Streu inklusive. Mehr als 3000 Hennen pro Stall sind nicht erlaubt.

 

Was jedoch alle vier Haltungsformen gemeinsam haben, ist der Massenmord an den Hähnen. Schließlich schlüpfen fast genauso viele Männchen, wie auch Weibchen aus dem Ei. Die Legehennen wurden im Laufe der Zeit immer weiter verbessert (hochgezüchtet), damit sie bis zu 300 Eier pro Jahr legen können. Es sind auch nicht die Hennen, die wir essen, da sich diese nur für das Eierlegen eignen. Ihre männlichen Geschwister haben jedoch gleich doppeltes Pech – sie geben keine Eier und setzen nur sehr langsam Fleisch an, also für die Industrie ein Verlustgeschäft.

 

Und so werden die Brüder der Hennen gleich nach dem Schlupf, entweder durch Vergasung, oder durch Zerschredderung getötet. In Deutschland betrifft dies pro Jahr 42 Millionen Hähne.

Natürlich könnte man jetzt ins Felde führen, dass die Henne oder Hahn sowieso sterben müssen. Bei der Legehenne ist das Leben nach ca. 14 Monaten wegen Produktionseinbußen vorbei und bei einem Masthähnchen je nach Haltungsform nach 4-8 Wochen. Wenn man jedoch diese 48 Millionen Tierchen wenigstens so nutzen würde, dass sie auch ihren eigentlich Zweck erfüllen, nämlich die Fleischproduktion, dann wäre auf der anderen Seite keine extrige Masthähnchenzucht mehr notwendig. Das heißt 48 Millionen Leben werden nicht komplett sinnlos vernichtet.

 

Es gibt mittlerweile die “Initiative Bruderhahn”, die sich dieser Thematik angenommen hat. Für jedes gekaufte Ei zahlt der Kunde hier einen Mehrpreis von 4 Cent, dafür kann der Hahn solange aufgezogen werden, bis er schlachtreif ist. Ich kaufe diese Eier schon seit mehreren Jahren. Je nach Supermarkt variiert der Produzent.

 

Bei der Recherche für diesen Artikel ist mir manchmal schon der Gedanke gekommen, es lieber gleich mit der Esserei von tierischen Erzeugnissen sein zu lassen. Egal wie man es dreht und wendet, am Schluss stirbt ein Tier für uns. Es lebt weder komplett artgerecht, noch wird es sein genetisch vorherbestimmtes Alter erreichen. Zu Tode streicheln funktioniert nunmal nicht.

 

Jedoch halte ich nichts davon, alle Menschen zu Veganern zu erziehen, sondern versuche duch bewussteren Umgang mit Lebensmitteln eine Verhaltensänderung zu erzielen.

 

Noch mal das Wichtigeste zusammengefasst:

  • Bodentierhaltung und Käfighaltung sollten Tabu sein
  • wenn möglich kauft Bio-Eier
  • noch besser Eier der “Initiative Bruderhahn ” https://www.bruderhahn.de/garantie/
  • keine verarbeiteten Lebensmittel kaufen (da können oft noch Eier aus Käfighaltung drinstecken)
  • ab und dann mal auch vegane Alternativen auszuprobieren

Guten Appetit.

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